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    <title>scribbleblog (die grenzen des textes sind die grenzen der welt) : Rubrik:goetzblog</title>
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    <description>die grenzen des textes sind die grenzen der welt</description>
    <dc:publisher>jurijmlotman</dc:publisher>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:date>2008-05-22T13:33:34Z</dc:date>
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    <title>scribbleblog</title>
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  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4933580/">
    <title>goetz #23</title>
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    <description>&quot;Aber natürlich wird gerade auch der, der Realität besonders triftig abgelauschte Erfahrungsgestus, zu schriftlicher Sprache festgefroren, blitzschnell das Klischee seiner selbst, also unbrauchbar für Literatur. Realismus ist ein aggressiv &lt;a href=&quot;http://www.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=510&quot;&gt;gegen sich selbst gerichtetes&lt;/a&gt;, sich selbst verbrauchendes und zerstörendes ästhetisches Konzept. Und auch darin könnte man die Bestätigung einer realistischen Ästhetik sehen, dass Selbstzerstörung der Praxis des Lebens entspricht, das sich selbst lebendig, als Experiment versteht, ohne es sich im Fragmentaristischen, im Provisorium gemütlich zu machen, gerade im Ausgriff auf ein Ganzes von Geschichte. Selbstzerstörung: das war richtig, steht dadurch als richtig fest, ist dadurch unwiederholbar, heißt dadurch: wie geht es weiter? Keine Ahnung.&quot;</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-18T10:08:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4933579/">
    <title>goetz #24</title>
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    <description>&quot;Schreiben im Netz: wunderbar, Schreiben für die Zeitschrift, für den Druck: es ging nicht. Der Gedanke an den Leser, den ein Zeit-schriftenartikel doch auf eine irgendwie vernünftige Weise ansprechen muss, machte mich sofort verrückt, verwirrt und unendlich elend und matt. Noch mehr der Zeitdruck: Artikel muss in zwei Stunden fertig sein. In zwei Stunden schreibe ich normalerweise zwei Zeilen, jetzt sind aber plötzlich 40 gefragt. Internet und Literatur hingegen sind Verwandte für mich, &lt;a href=&quot;http://www.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=513&quot;&gt;weil sie beide so niedrige Nichtpodeste sind&lt;/a&gt;, die Niedrigkeit und Bodennähe, von der aus da gesprochen wird, immer leise, auch wenn das Gesagte heftig gedacht und gemeint sein kann, geben eine Bewegungsfreiheit im Sprachlichen und Weltanalytischen vor, die einen Radikal-individualismus, für bestimmte Schreibernaturelle ideal, ermöglichen und so den genau darauf spezialisierten Text auf optimale Art zulassen.&quot;</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4902478/">
    <title>goetz #22</title>
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    <description>was in der Echtwelt stimmt und deshalb trifft, explodiert im Text zur Überwahrheit, regnet auf das Ganze eines Textes als herrlich flirrender Echtwelt-staub hernieder.</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4766958/">
    <title>goetzblog #21</title>
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    <description>&quot;Die Klugheit des Handelns wird nämlich durch &lt;a href=&quot;http://www.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=465&quot;&gt;innenlebenfreie Existenzweise&lt;/a&gt; erst ermöglicht.&quot;</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-03-07T11:51:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4590392/">
    <title>goetzblog, #14</title>
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    <description>(&lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=414&quot;&gt;#&lt;/a&gt;) &quot;Das bunte Rad des Todes drehte sich über dem klage.leer.doc-Pictogramm, das Word-Programm wurde gestartet, die Datei sprang auf, und die weiße leere Seite, die auf taubenblauem Grund abgebildet war, füllte sich von beiden Seiten, von oben und unten gleichzeitig, mit dem hier erscheinenden Text. Oben das Richtige, unten das Verworfene, und in der Mitte dazwischen der ruhig pulsierende Strich des Cursers, wo die gerade neu getippten Worte aus dem Nichts auftauchten. Leise raschelte dabei die Tastatur. Vor zwei Jahren ... Ich hatte mir ein Telefonverbot auferlegt, um innerlich besser zur Ruhe zu kommen. Mit Briefen versuchte ich mich in der Welt meiner Bezüge zu halten. Ich schrieb den Text der Niederschrift mit der Hand in große orangefarbene Hefte von Brunnen, anfangs zuversichtlich, aber bald war doch auch hier wieder unabweisbar die Bilanz: es wird auch diesmal nichts.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vgl. skywriting, neuer aggregatzustand der texte und wie da schreiben geht, schreiben denken als erstellen einer kettenreaktion von aussage-ereignissen.</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-07T11:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4509911/">
    <title>goetzblog, cont.</title>
    <link>http://lotman.twoday.net/stories/4509911/</link>
    <description>(&lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=395&quot;&gt;#&lt;/a&gt;) &quot;Plausibilisierung der individuellen Abweichung: Kunst&lt;br /&gt;
Erfassung einzelner Partikel von Weltkomplexität: Wissenschaft&lt;br /&gt;
Reaffirmierung der Teilhabe am Kollektiven: Unterhaltung&lt;br /&gt;
Welcher Satz wird gebraucht: Journalismus&lt;br /&gt;
Welcher Satz bin ich: Literatur&quot; ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei bei mir leider &quot;Erfassung einzelner Partikel von Weltkomplexität&quot; plus einem anteil &quot;plausibilisierte individuelle Abweichung&quot; herauskommt. was leider nirgends so richtig hilft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(gut auch der rest über alltagssprache u.a.)</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-05T17:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4503107/">
    <title>goetzblog, cont.</title>
    <link>http://lotman.twoday.net/stories/4503107/</link>
    <description>(&lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=390&quot;&gt;#&lt;/a&gt;) &lt;br /&gt;
&quot;you tube, my space, facebook&lt;br /&gt;
flickr, twitter, blogcharts&lt;br /&gt;
my style, your style, word.up.com&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man nimmt daran teil, um von der Veränderung erfasst zu werden, ohne sie verstehen oder erkennen zu können, um also praktisch zu ermitteln, was die semantischen Neubedingungen für einen selber und die eigene, speziell genau auf diese Aktualitätsfragen ausgerichtete Sicht auf das Schreiben bedeuten würden. Man nimmt am Gegenteil teil, setzt sich dem Widerspruch zur eigenen Idee von Autonomie und Antiidiosynkrasie aus, arbeitet sich durch die groteskesten Negationsdelirien gegen den direkt neben einem im abstrakten Blograum auch produzierten Kapitalschwachsinn hindurch, um  ja, es kickt, der Hass macht Spaß, das Nein, auch wenn es unaussprechlich bleibt, aus Höflichkeit, aus Rücksicht, bleibt doch der heftigste Motor für die Suche nach der, immer wieder im Unzugänglichen verlorenen Richtigkeit von Produktion: das große schöne NEIN des kleinen dicken Manns ADORNO.&quot;</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-03T14:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4402250/">
    <title>goetzblog #essay (&quot;esra&quot;)</title>
    <link>http://lotman.twoday.net/stories/4402250/</link>
    <description>sehr schöner mini-&lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=360&quot;&gt;essay&lt;/a&gt;. ausgehend von billers ESRA, endet mit der preisung der juristischen sprache als epische bewältigung wirrer wirklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich war in diesen Jahren nach 2001 durch Probleme meines eigenen Schreibens in ein größeres REALITÄTS-CHECK-Projekt geraten und hatte zunächst mit Politik und Geschichte angefangen. Geschichte wurde an der Universität gelehrt, frühe Neuzeit von Heinz Schilling. Und die Politik wurde damals von Gerhard Schröder vorgeführt, die Macht des Körpers und seiner Sprache im Raum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ging ich in den Bundestag zu den Debatten, ins Kanzleramt zu den Pressekonferenzen, und schaute mir die reale Wirklichkeit des politischen Betriebs und der Berichterstattung darüber an, das Ganze also des politisch-journalistischen Komplexes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergebnis: in echt ist alles etwa tausend mal interessanter und komplizierter, als in der medial vermittelten Darstellung davon erkennbar wird. Was folgt daraus? Eigentlich nichts, objektiv gesehen. Für mich aber: weitermachen mit der Wirklichkeit, auch wenn vorerst kein direkt brauchbarer Text dabei entsteht.&quot; ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Von der LEKTÜRE von Esra war ich gleich ganz begeistert. Das ist genau so einfach und klar dahererzählt, wie jeder bisschen kompliziertere Mensch gerne schreiben würde. Die Sprache, die Szenen, die Bilder, man folgt und liest, lebt mit und denkt nach, und die Nichtbanalität wäre in die Stimmungen ausgelagert, in Brüche, in Untertöne von Melancholie, auch Irrsinn des Geschehens, und das Bild des Ganzen würde so verworren gleichzeitig und einleuchtend erscheinen, wie man es aus der wirklichen Realität des eigenen Lebens nur zu gut kennt. Und Bücher sind sehr selten so. Esra aber war so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl ich das Buch so toll fand, war ich der Meinung, dass Maxim Biller damit IRRT. Sein Weltbild ist falsch. Seine Sicht auf das Leben ist fundamentalistischer, essenzialistischer Unsinn, sein Blick auf die anderen Menschen grotesk egoman, und seine Vorstellungen von Liebe und zuletzt auch von der Kunst sind für mich forciert banaler Kitsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber, bitte: wenn man auf der Basis von so vielen falschen Ideen so gute Bücher wie Esra schreiben kann, was sollte da noch falsch an falschen Ideen sein? Vielleicht ja doch nur ihre Kritik, hier also ich.&quot;</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-01T08:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4254817/">
    <title>goetzblog #weissnicht</title>
    <link>http://lotman.twoday.net/stories/4254817/</link>
    <description>nach urlaub goetzblog rückwärts lesend. freut mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;&lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=304&quot;&gt;Plötzlich&lt;/a&gt; glauben die Leute der Literatur wirklich daran, man könnte einfach nocheinmal wie damals die Geschichten von vorne nach hinten, eines nach den anderen so durch- und vorerzählen. Aber die Sprache hat in den vergangenen hundertfünfzig Jahren andere Nervositäten aufgebaut, andere Spezialismen entwickelt und einstmals selbstverständlich Gewusstes wirklich VERGESSEN, es ist verschwunden wie in der Malerei das Können, realistisch gegenständlich abbildenden Malens. So hat der Autor, der sich um das traditionelle Erzählen bemüht, gar keine lebendige eigene Sprache zur Verfügung. Nicht weil er sie selber nicht hat, sondern weil es sie wirklich gar nicht gibt.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ja. (aber delillo, manchmal. ok, der ist auch schon über 70.)</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-12T18:06:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4041144/">
    <title>klagenfurt, text-ich</title>
    <link>http://lotman.twoday.net/stories/4041144/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://campcatatonia.org/article/190/texte-die-wir-mit-beachtenswerter-regelmaessigkeit-nicht-verstehen&quot;&gt;Isolde Charim&lt;/a&gt; in der taz über Bachmann, aus rede in Klagenfurt, mit dank an itc.alex. stimmt schon, bleibt aber irgendwo in der etwas zu selbstgefälligen reflexion auf einem korrekten oberseminargedanken hängen. das sollte schon noch irgendwie weitergedacht werden können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Damit erhält der Roman einen Tagebuchcharakter. Das Tagebuch aber suggeriert, &quot;dass es die Figur Ich nicht zu erschaffen braucht&quot;, weil sie vorhanden ist - eine trügerische Vorstellung. Bachmann selbst legt in ihrer Poetikvorlesung dar, dass jedes Ich im Text konstruiert ist - selbst dort, wo es biografisch ist. Ja, gerade dort. Ein unproblematisches Ich im Text sieht sie nur in Memoiren von historischen Personen gegeben: bei Politikern, Staatsmännern oder Militärs. Diese Art von Text-Ich sei mit dem Autor identisch und insofern &quot;naiv&quot; - eine selbstverständliche, unhinterfragte Identität von Autor und Text-Ich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bachmann erläutert nicht die Ursache, aber man kann annehmen, Handelnde, Politiker haben ein selbstverständliches Ich im Text, weil sich ihre Identität anderswo konstituiert. Ihr Handeln findet also jenseits des Textes statt - im Unterschied zum Schriftsteller. Dieser handelt demnach im Text. Er konstituiert sich als solcher ebendort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber eine knifflige Angelegenheit. Ist der Text nun das Medium der symbolischen Konstitution des Autors oder des Text-Ichs? Die Antwort lautet: Beide entstehen dort und sind doch nicht identisch (wie beim Politiker). Man muss vielmehr sagen, der Autor entsteht gerade daraus, dass er nicht das Subjekt im Text ist, dass er eben nicht Inhalt seiner Erzählung ist.&quot;</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-06T09:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4041114/">
    <title>hörbuch</title>
    <link>http://lotman.twoday.net/stories/4041114/</link>
    <description>erstaunt, wie sehr Handkes &quot;diaristische notizen&quot; für mich durch die stimme gewinnen, oder überhaupt erst als projekt unmittelbar verständlich sind. wobei diese große stimme eben erst aus text neu gewonnen wird. aus text, der die realwelt des dauernd weltreisenden zum anlaß für notizen benutzt, die würdevolle augenblicke festhalten, oder eher, sie immer aus irgendwelchem material erst herstellen, für die textwelt, nicht für die reale körperwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wiederholbarkeit und objektivierung: dass die stimme selbst dadurch, dass ich die stelle nochmal hören kann, texthaft ist, und trotzdem ganz anders. was wäre, wenn die nicht gespeicherte stimme stattdessen immer sofort spurlos verhallen würde. (wie bei autorenlesungen? aber dort habe ich solche stimm-epiphanien eigentlich fast nie gehabt, d.h. &lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/stories/770928/&quot;&gt;ein wenig vielleicht bei rosei&lt;/a&gt;, und das waren ja auch &quot;reisenotizen&quot;.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(wie der seltsame effekt damals bei dem halbstündigen zapping-videoband: dieselben fetzen nochmals sehen, und feststellen, wie sehr jedes sinnlose detail als text gespeichert ist, irgendsoein schwimmwettbewerb, oder die namenlose US-serie in der irgendwelche frauen am lagerfeuer über eheprobleme sprachen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dass ich eigentlich einen größeren goetz&apos;schen notizen-text, der so handkisch verfremdet und abstrahierend auf die zivilisatorisch-medialen mikro-ereignisse reagiert, momente von text-würde daraus gewinnt, sehr gern lesen würde. in den besten momenten von &quot;Klage&quot; ist das ja so.</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-06T09:27:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/4041071/">
    <title>goetzblog, #14</title>
    <link>http://lotman.twoday.net/stories/4041071/</link>
    <description>auch weil ich gerade Handkes gelesene &quot;Gestern unterwegs&quot;-Notizen 2 stunden lang im auto gehört habe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Auf der Suche nach einer nichtlächerlichen Autorposition hatte Lt. Kyritz zuletzt &lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=276&quot;&gt;bei Strauß und Handke haltgemacht&lt;/a&gt;. Nichts war unsympathisch gewesen ursprünglich an deren Idee der radikalen künstlerischen Existenz. Im Geist der Schrift aufzugehen und als Körper aus der Realwelt zu verschwinden: solange das eine Sehnsucht ist, kann es den kunstadäquaten Fundamentalismus der Schöpfung mit produktiven, hysterisch abstrakten Energien versorgen und vitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie lange aber kann ein Mensch&lt;br /&gt;
in einer solchen Extremposition überleben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... zu viel Solipsismus, der durch Überpräsenz des Körperlichen, Sexuellen, Kollegialen und Betrieblichen sehr verständlicherweise ursprünglich getriggert worden sein konnte, führte die Autoren später, so auch Handke und Strauß, immer tiefer in die falschen Wälder des Rückzugs, die Stille der Natur, das Reden mit Pilzen und Bäumen. Das ist schlecht. Es gefährdet die Literatur von innen her auch, wenn das reale Kontaktmedium mit anderen Menschen, die Sprache als Instrument komplizierter Dispute und Auseinandersetzungen, zu wenig alltäglich zum Einsatz kommt. &quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein und Ja. Schwierig. So wenig ich diesen Rückzugs-Konservatismus gutheiße, so scheinen doch bei beiden, Handke &amp; Strauß, die diaristischen Text-Engines wesentlich differenzierter als die dazu geäußerte Ideologie. Wie also kann man statt bzw. zusätzlich zu &quot;poetischen Eindrücken&quot; andere Splitter der Außenwelt, gerade der medialen und supermodernen,  in den Dienst nehmen, um die Kettenreaktion der Schreib-Ereignisse in Gang zu setzen &amp; zu halten? Ohne dabei auch in diese geschmackvolle Blog-Ästhetik der Fotos aus der Alltagskultur zu verfallen, die mich irgendwann an anderer stelle unten in diesem Blog bei (guten) antville-Leuten gestört hatte?</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 jurijmlotman</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-06T09:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lotman.twoday.net/stories/3975315/">
    <title>goetzblog, #13 ...</title>
    <link>http://lotman.twoday.net/stories/3975315/</link>
    <description>&quot;Es war schwülheiß, der Himmel zugezogen, und ein Vater, 46, ging mit Tochter, 10, auf dem Gehweg dahin, ganz verstrickt ins Leben, das ihm sich zugelost hatte, halb zufällig, aber natürlich auch durch paar minimale eigene Entscheidungen mitgewählt.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;&lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=234&quot;&gt;Schreiben, notierte ich, ist ja Rücknahme des Gesagten&lt;/a&gt;, Korrektur am Gedachten, Widerspruch zu sich selbst. Man kann fast sagen: das Gegenteil zum Reden im Gespräch&quot; ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Dabei ließ sich gut verfolgen, wie das fluoreszierende Element zukünftiger Möglichkeiten in schnellen Zufallsbewegungen an der Kette der Gegenwartsmomente nach der genau passenden Bindungsstelle solange suchte, bis es die richtige Stelle gefunden hatte, dort haften blieb, dadurch die von da abzweigenden Entscheidungen auslöste und so mit ihr die Folgekaskade der davon bedingten kommenden Lebensfolgen.&quot;</description>
    <dc:creator>jurijmlotman</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://lotman.twoday.net/topics/goetzblog&quot;&gt;goetzblog&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 jurijmlotman</dc:rights>
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    <title>goetzblog 12 ...</title>
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    <description>... (deutsch blogge ich im moment ja nur, wenn ich goetz lese. das hier ist ja zuständig für: literatur und aging-of-pop, und goetz ist beides, und zugleich repräsentant meiner diesbezüglichen seiten. englisch blogge ich auch nicht. nur twitter, und eigentlich möchte ich jetzt endlich das fällige buch über die media-welt und die media-identität und den media-bedeutungsraum im Web 2.0-kontext schreiben. ich habe allmählich das gefühl, dass es ginge, gedanklich und schriftstellerisch.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Seltsam ist es immer wieder, wenn man es erlebt: die Jungheit und Neuheit jedes mitgeteilten Gedanken, auch des ältesten, wenn er nur auch wirklich gerade neu nocheinmal neu gedacht wird. ... Warum Denken lächeln macht, Traktat. ... Die Videoblogs sind eine echte Revolution. Die Leute stellen sich in einer Direktheit und Nacktheit vor einen hin, dass man erschrickt und staunt, man befindet sich ja etwa nur 20 Zentimeter weit weg von ihnen. Dagegen war Fernsehen, die alte Nacktmaschine, ein Medium höflichster Diskretion. &lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=207&quot;&gt;Das Internet hat in seiner Vertrashtheit beides radikalisiert: die Bilder und die Schrift. &lt;/a&gt;Die Schrift will denken, die Bilder physische Präsenz vorweisen. &quot;</description>
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    <title>Unser Metier, das gedruckte Wort</title>
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    <description>&lt;a href=&quot;http://www2.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/?p=155&quot;&gt;&quot;Nichts ist so interessant &lt;/a&gt;wie die gestrige Zeitung, im Gegensatz zum bekannten Diktum, und das Gestern kann sein das von vorgestern, von vor zwei Jahren, zwei Monaten, vier Wochen oder mehreren Jahren. Drüben im Büro lagern noch ganze Kartons von den Berliner Seiten der Faz, sie fungieren da als Kommode im Gang, werden irgendwann aussortiert und gesichtet werden. Dabei ist das Interesse völlig unnostalgisch, es geht um die geistige Struktur von Aktualität, in Interferenz von öffentlicher Kommunikation und individuellem Bewusstsein.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei mir auffällt, dass mein metier seit jeher eher das geisterhaft &quot;gedruckte Wort&quot; war und ist, dass ich mit dem endgültig gedruckten Schwarz-auf-papier noch nie eine besondere faszination verband, dass meine art der textanalyse immer eine verflüssigung des gedruckten beinhaltete, dass also das digitale Skywriting in den lichtraum mir von anfang an entsprach. weshalb ich auch keine spuren hinterlassen werde. weshalb mich die gedruckte medien-szene eigentlich gar nicht mehr innerlich bewegt. als ob die kraft aus diesen medien gewichen sei.</description>
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