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jurij m. lotman (R.I.P.)
die grenzen des textes sind die grenzen der welt

 

neue deutsche literatur

hier herum klickend einerseits recht beeindruckt: das könnte gehen, wenn es ernsthaft gemacht wird (warten auf die VollVersion). gut gefällt mir der tabulatorische multi-index rechts. was die texte betrifft, wünschte ich mir beim lesen, sie würden einfach nur dastehen. der text jeweils, nichts sonst. null erklärung. vielleicht so etwas wie ein poetologisches nachwort, daneben. ansonsten nur die texte, wie man sie vom einstige aus findet und die indizes. vielleicht noch irgendwo sowas wie eine sitemap, dass man den text als raum anschauen kann, aus großer ferne.

note to self: sollte ich mir selber bauen sowas, nur mit clips und zitaten. fremdtexten. ich sollte mir dieses TW template wünschen.

"literarische weblogs. Sonderausgabe von "spatien - zeitschrift für literatur" (Heft 5, Januar 2008,)
http://www.litblogs.net/
Diese Sonderausgabe von "spatien - zeitschrift für literatur" zum Thema Literarische Weblogs (auch: Litblogs) versammelt Beiträge von Autorinnen und Autoren von "litblogs.net". Neben Essays, kleinen Poetiken, Interviews oder persönlichen Berichten liefert der Band auch frischen Stoff aus den Werkstätten. Mit Beiträgen von: Alban Nikolai Herbst, Markus A. Hediger, Hartmut Abendschein, Michael Perkampus, Sudabeh Mohafez, Helmut Schulze, Andreas Louis Seyerlein, Neda Bei, Benjamin Stein, Andrea Heinisch-Glück, Rittiner & Gomez, Jörg Meyer, Kathleen York. B E S T E L L E N "

http://www.abendschein.ch/site/weblog/C11/

"die edition taberna kritika ist im umfeld der weblog- und netzliteratur entstanden. während jedoch die „digitale bohème“ sich langsam in angesagten clubs warmtanzt, bringen wir unsere kinder ins bett, schalten die nachttischlampe ein und blättern in einem buch. "

wenn ich noch ein literat wäre (oder je einer gewesen) würde ich mich da in der nähe aufhalten, manchmal.

(und das habe ich geschrieben, bevor ich diesen TiddlyWikiRoman hier gefunden habe:

http://bibliothecacaelestis.abendschein.ch/ )

"das virtuelle kafka-bureau" (web-projekt).

„Mein Schreibtisch im Bureau war gewiß nie ordentlich, jetzt aber ist er von einem wüsten Haufen von Papieren und Akten hoch bedeckt, ich kenne beiläufig nur das, was obenauf liegt, unten ahne ich bloß Fürchterliches.”(Franz Kafka, Briefe an Felice)

neo-subjektivistisches DDR-tagebuch (70er, 80er), jetzt im netz stück für stück abgeschrieben ...

DieZeit:
Kernstück von Zero Comments ist eine Theorie des Bloggens als »Killerapplikation unserer Zeit«. Was macht das Bloggen so interessant?
Lovink:
Blogging ist ein unverstandenes Massenphänomen. In den fünf Jahren seines Aufkommens ist in der akademischen Literatur bislang nur ein einziger Aspekt hervorgehoben worden: die journalistischen, meinungsbildnerischen Blogs. Man kann nicht bestreiten, dass sie erfolgreich gewesen sind, bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2004 etwa. Mein Verständnis des Bloggens ist trotzdem ein anderes, es orientiert sich an dem, was Michel Foucault »Technologien des Selbst« nennt. ...
Obwohl Blogging Schrift ist, hat es etwas Informelles: Wie ein Gerücht verblasst und vergeht es sehr schnell. Und das hat es noch nicht gegeben. Bis vor Kurzem noch herrschte eine äußerst starke Trennung zwischen dem Gespräch, das verweht, und dem schriftlich Notierten. ...
mit den neuen Mobiltelefonen betritt das Internet die Straße. Was dann passieren wird – wir wissen es einfach nicht. ...
... Weil die Entwicklung in ihrer Rasanz der Theoriebildung davonläuft. Es gibt eine wissenschaftliche Forschung, die zwar das technische Verständnis der Prozesse vorantreibt, aber von der kulturellen Seite her völlig versagt. Und es gibt einen enormen Ausstoß an gedruckten Zukunftsvisionen, die aber von Marketingexperten, also letztlich Geschäftsleuten geschrieben werden. Was fehlt, ist eine politische Ökonomie des Internets, ein elementares Bewusstsein der herrschenden wirtschaftlichen Interessen. ...
Meine Hoffnung ist, dass dieselbe Technik, die unser Selbstbild und unsere Vorstellung des Sozialen so massiv verändert, das Soziale zugleich neu hervorbringt. ...

... um das noch mal explizit ins spiel zu bringen, falls es, wegen der aktuellen konjunktur, jemand interessieren sollte, hier.

das war 1997. die anwendung auf blogs bin ich weiter schuldig, ich weiß.

(die bloßen download-zahlen machen mich ja weiterhin perplex: 1739 gerade, ohne dass es irgendwie offiziell veröffentlicht oder sonstwie kundgetan worden wäre. niemand kann davon wissen, eigentlich. die zukunft der literaturwissenschaft, nicht mehr meine natürlich, liegt im netz. so wie natürlich "blog" das konzept des "schreibens" und "ich schreibens" fundamental und irreversibel transformiert hat. das hier ist eine neue epoche, definitiv. like 1773.)

(#) vom tagebuch zum weblog. "Ob wir wohl die Einleitungstexte über Anne Frank, Rainald Goetz, Anke Gröner, Andrea Diener, Hermine Hug-Hellmuth, Dietmar Riemann und Joseph Goebbels bald schon im Schlaf vor uns her murmeln werden…?" danke, klimbim.

(sfb erinnerungskulturen, christiane holm)

dessen rückkehr auch hier gepriesen sei.

was ich mir ja doch sehr wünschen würde, merke ich gerade, wäre, mit überzeugung und energie diesen enormen neuen schreibraum mit auszuloten zu helfen. ich kann das ja nicht. nur eben mit halb melancholischen, halb depressiven randnotizen begleiten. keine kraft, keine zeit, keine lebensform, mit der das gehen würde. echt andere probleme. aber schade.

        

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