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jurij m. lotman (R.I.P.)
die grenzen des textes sind die grenzen der welt

 
was hier fehlte:

die frühen singles in den 1930er jahren, v.a. auch Greil Marcus' großartige analyse der "folk"-song kultur auf schellacks, wie sich das singen verändert dadurch, dass die hinterwäldler staunend ihre eigenen platten hören, die wiederum eher eigensinnige spinner (und nicht "das volk") aufgenommen haben, und wie das dann wiederentdeckt wurde auf Harry Smith's anthology, als einer der ersten LPs ... und diese Spinner müsste man jetzt mit den Pop-"Stars" vergleichen

Das heißt: Pop-Kultur ist ja auch definierbar als eine Kultur, in der kleine, schnelle, schmutzige artefakte ZIRKULIEREN. wo es nicht um fertige produkte geht, sondern um das ständige Weiter als ein szenario, in dem man mitlebt.

Die Popmusik-Geschichte kann man da, wo sie lebendig war, als Kettenreaktion beschreiben. Das hat erstmal mit "Stars" nur auf sehr komplexe Weise zu tun: Die "Stimmen" und "Postures"/Haltungen, die in den neuen "Records" quasi als Lebensäußerung konserviert und von denen, die sie hervorgebracht/gelebt haben, sich abgelöst haben und als merkwürdige phantome weiterleben: "Der Dylan der Aufnahme von Like A Rolling Stone 1965" ist ein anderer Dylan als die vielen anderen Dylans vorher und nachher.

Und schließlich: Ist nicht tatsächlich DAS WEB so etwas wie der Folk in den 1930ern, oder wie der Wohnzimmer-Genie-Pop in London 1965, oder Post-Punk 1978/1979 ... eine zirkulations-kultur?
jurijmlotman meinte am 20. Nov, 19:27:
Twittered comment: "@jurijmlotman yes, I agree, look at this http://tinyurl.com/5zsq3u (esp. the latter 2 min)" (Video by the old June Carter) 
jurijmlotman meinte am 20. Nov, 19:35:
Frage wurde live gestellt, antwort DD:

ja, das bezieht sich jetzt auf den Folk-aspekt, der ein (anderes) kraftzentrum der pop-kultur ist. und eine Internet-Folk-kultur sieht er auch, ja.

tatsächlich hat die folk-pre-popular culture (als sie auf platten sich selbst hörte) viele stimmen erst auf ganz neue weise hörbar gemacht.

dass pop-kultur eine mitleb-kultur ist: das stimmt, aber das grundgesetz bleibt die frage: "was ist das eigentlich für ein typ? wie ist die/der eigentlich drauf?" und diese frage treibt eben den "star"-aspekt der pop-kultur, wenn sie für viele in ähnlicher form gemeinsam formuliert wird. 
jurijmlotman meinte am 20. Nov, 19:39:
DD: "das technische wunder, dass man eine kleine schwache, eigenwillige stimme so auf einmal als kraftvoll und bedeutend wahrnehmen kann"

-- in der Folk-Kultur erst mal nur antizipiert, bei Dylan und zeitgenossen in den 1960ern zu sich selbst gekommen, dann [[wirklich? wie genau?]] schnell verfallen. 
        

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