es gibt einen historischen fortschritt, sagte ich. und daran halte ich fest, obwohl das hier eben doch männlich ist, wie frau morgenstern, die dann als positives beispiel allein übrig bleibt, mir glaubhaft versichert. ich habe es aber gleich gewusst.
als beweis und aus rache für die peinlichkeit hier der mail-ausschnitt dessen, der mich erst drauf gebracht hat. ich hab ihm dann irgendwann geglaubt:
aha! deine korrektur ist interessant -- ich war mir zunächst zu 98% sicher, dass das ein mädchen ist. du hast mich dann verunsichert, war schon fast bereit, zu akzeptieren, dass es sich um einen burschen handelt. (vor allem die einträge von nach heute mittag haben eine spekulativ-metaphysische präpotenz, die man einem mädchen irgendwie nicht so ohne weiteres zutraut -- warum auch immer.) ihre in der blogroll verlinkte freundin (frau morgenstern) ist übrigens auch eine innsbruckerin, dürfte aber meinem gefühl nach nicht in deinem kurs sein. der stil der beiden scheint mir heavily fm4-informed. (die weiche, geistige überflieger-fraktion: heinz reich, edlinger, ostermeier).
als beweis und aus rache für die peinlichkeit hier der mail-ausschnitt dessen, der mich erst drauf gebracht hat. ich hab ihm dann irgendwann geglaubt:
aha! deine korrektur ist interessant -- ich war mir zunächst zu 98% sicher, dass das ein mädchen ist. du hast mich dann verunsichert, war schon fast bereit, zu akzeptieren, dass es sich um einen burschen handelt. (vor allem die einträge von nach heute mittag haben eine spekulativ-metaphysische präpotenz, die man einem mädchen irgendwie nicht so ohne weiteres zutraut -- warum auch immer.) ihre in der blogroll verlinkte freundin (frau morgenstern) ist übrigens auch eine innsbruckerin, dürfte aber meinem gefühl nach nicht in deinem kurs sein. der stil der beiden scheint mir heavily fm4-informed. (die weiche, geistige überflieger-fraktion: heinz reich, edlinger, ostermeier).
jurijmlotman - am Freitag, 25. Juni 2004, 19:20 - Rubrik: meta-blogging
... ausgehend vom sympathisch beleidigten kommentar im letzten beitrag:
"provinz" als geistiger zustand kann eben auch das positivste bedeuten: d.h. die haltung von leuten, die an der peripherie eines diffusen feldes stehen, in dem "es passiert": "die szene", verkörpert von naturcoolen hipstern, die selbst nicht wissen, was sie da tun, warum es so gut aussieht und schon gar nicht, was es bedeutet (bedeuten könnte).
dagegen die/der provinzielle "hip-intellektuelle": muss natürlich glauben, dass das leben, die coolness und die wahrheit immer woanders ist, räumlich, zeitlich, sozial. hip und intellektuell ist ein widerspruch in sich, aber der fruchtbarste. genau das ist die quelle der energie: intellektuell, emotional, popkulturell. die aufgabe der/des hip-intellektuellen ist es genau, die an sich bedeutungslose szene mit der bedeutung aufzuladen, die sie braucht, um den mehrwert zu bekommen, nach dem noch der/die leerste hipster/in giert.
und so entstehen neue welten. geboren aus der leere der metropolen und dem hunger der provinz. small town. eine semiotische urreaktion in der jugendkulturellen ursuppe. immer wieder großartig.
vgl. diedrich diedrichsen, sexbeat (1985, 2/2003 mit neuem vorwort):
"Der Hip-Intellektuelle bringt aus seinem angeborenen, eingeborenen Exil die Fähigkeit und unüberwindbare Neigung zur Projektion und Überhöhung mit sich, er ist der bürgerliche In-die-Tasche-Lügner par excellence, aber der großartigste. Denn nicht nur ist sein Ziel das Ehrenwerteste, die Quelle seines Projektionstriebs ist (...) der Geschlechtstrieb selbst. So entsteht der Hip-Intellektuelle. Intellektuell ist er von Haus aus, im Laufe der Pubertät geworden oder just by accident. Aber er weiß, wie alle klugen Menschen, daß die schönsten und beten Leute, vor allem Mädchen, in der Stadt sind, und zwar nicht irgendwo in der Stadt, sondern in den Revieren von Bohemia. Er weiß, daß er dahin will. Aber er ist nicht aus der Stadt. Er ist kein Hipster, wie wir den nach Bohemia hineingeborenen Leichtfuß, der von Haus aus Zugang zu den geheimen Revieren hat, nennen. Er ist der natürliche Konkurrent des Hipster. (...).
Der Hip-Intellektuelle, der Bohemia Wort und Selbstverständnis gab und gibt, sowie er seit Urzeiten aus der Provinz in ihren Zentren auftaucht, ist gleichzeitig Agent provocateur, der bestimmte Praktiken erst erfindet oder benennt" (S.64f.).
Blogs and Gender: Was mir ja an den Innsbruck-Blogs so gut gefällt: das blog und das da sind Mädchen. Es gibt einen historischen Fortschritt.
zitiert nach der reichen popliteratur-ressource single-generation.de.
"provinz" als geistiger zustand kann eben auch das positivste bedeuten: d.h. die haltung von leuten, die an der peripherie eines diffusen feldes stehen, in dem "es passiert": "die szene", verkörpert von naturcoolen hipstern, die selbst nicht wissen, was sie da tun, warum es so gut aussieht und schon gar nicht, was es bedeutet (bedeuten könnte).
dagegen die/der provinzielle "hip-intellektuelle": muss natürlich glauben, dass das leben, die coolness und die wahrheit immer woanders ist, räumlich, zeitlich, sozial. hip und intellektuell ist ein widerspruch in sich, aber der fruchtbarste. genau das ist die quelle der energie: intellektuell, emotional, popkulturell. die aufgabe der/des hip-intellektuellen ist es genau, die an sich bedeutungslose szene mit der bedeutung aufzuladen, die sie braucht, um den mehrwert zu bekommen, nach dem noch der/die leerste hipster/in giert.
und so entstehen neue welten. geboren aus der leere der metropolen und dem hunger der provinz. small town. eine semiotische urreaktion in der jugendkulturellen ursuppe. immer wieder großartig.
vgl. diedrich diedrichsen, sexbeat (1985, 2/2003 mit neuem vorwort):
"Der Hip-Intellektuelle bringt aus seinem angeborenen, eingeborenen Exil die Fähigkeit und unüberwindbare Neigung zur Projektion und Überhöhung mit sich, er ist der bürgerliche In-die-Tasche-Lügner par excellence, aber der großartigste. Denn nicht nur ist sein Ziel das Ehrenwerteste, die Quelle seines Projektionstriebs ist (...) der Geschlechtstrieb selbst. So entsteht der Hip-Intellektuelle. Intellektuell ist er von Haus aus, im Laufe der Pubertät geworden oder just by accident. Aber er weiß, wie alle klugen Menschen, daß die schönsten und beten Leute, vor allem Mädchen, in der Stadt sind, und zwar nicht irgendwo in der Stadt, sondern in den Revieren von Bohemia. Er weiß, daß er dahin will. Aber er ist nicht aus der Stadt. Er ist kein Hipster, wie wir den nach Bohemia hineingeborenen Leichtfuß, der von Haus aus Zugang zu den geheimen Revieren hat, nennen. Er ist der natürliche Konkurrent des Hipster. (...).
Der Hip-Intellektuelle, der Bohemia Wort und Selbstverständnis gab und gibt, sowie er seit Urzeiten aus der Provinz in ihren Zentren auftaucht, ist gleichzeitig Agent provocateur, der bestimmte Praktiken erst erfindet oder benennt" (S.64f.).
Blogs and Gender: Was mir ja an den Innsbruck-Blogs so gut gefällt: das blog und das da sind Mädchen. Es gibt einen historischen Fortschritt.
zitiert nach der reichen popliteratur-ressource single-generation.de.
jurijmlotman - am Freitag, 25. Juni 2004, 09:53 - Rubrik: aging of pop

