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jurij m. lotman (R.I.P.)
die grenzen des textes sind die grenzen der welt

 
... für eine wirklich bemerkenswerte multimediale erfahrung empfehle ich den kurzen download des russischen 3D-viewers cortona. dann kann man sich lenin in seinem mausoleum ansehen. noch besser ist die animation von pushkin's death.

far out!

... ich denke darüber nach, die beiden blogs wieder zusammenzulegen. tatsächlich ist es ja so, dass die spontane seite, die auf mediatope damals markus eingebracht hat, sich jetzt aus versehen hier im gar nicht geplanten scribbleblog ergeben hat. während mediatope II in allzu gedachten mini-beiträgen erstarrt.

es könnte also sein, dass eine fusion beiden seiten hilft.
es könnte aber auch gerade sein, dass es dann schon wieder nicht funktioniert, weil der scribbleblog-thread dann auch noch erstickt . (plattform müsste mediatope sein, aber da ist das Beiträge editieren um ein weniges, aber spürbar, umständlicher ...)

woran ich wieder erkenne, dass ein blog eine eigene textwelt wird. es ist eben nicht ein "sprachrohr" (denn sonst wäre es ja wurscht, wo ich meine neuesten postings einstelle) ...

unschlüssig.

... schon wieder altes ZITAT eines zitats aus mediatope I:

"Hier die geglückte Bergung eines schönen Kommentars von p. praschl, von sofa.digitalien irgendwann aufgegebenen, im Google-Cache zwischen dem 7. und dem 9. 2. 2004 untergegangen, von Martin in letzter Sekunde aus den reißenden Wassermassen gezogen. (war: http://sofa.digitalien.org/sofablog/2001_04_22_sofablog_archiv.html)

die innenwelt der außenwelt der innenwelt habe ich mir übrigens auch erst vor zwei wochen noch einmal kaufen müssen, irgendetwas in meinem gedächtnis wollte es plötzlich dringend noch einmal lesen, man weiß ja nie, warum einen das aus heiterem himmel anspringt wie schwangere der wunsch nach erdbeeren mitten im winter. und als ich die japanische hitparade wieder sah, war ich trunken vor erinnerungsglück. damals, als ich es zum erstenmal dringend haben musste, war ich siebzehn, buchhandlung korb, ecke spittelwiese, landstraße, linz/donau, handke war pop damals, so etwas wie oasis, glaube ich, man fühlte sich stark, wenn man handkebücher hatte, und man sah mindestens im spiegel gleich viel besser aus, und es war eine andere art pop als popliteratur heute, nicht dieser scheiß, der tut, als würde man verstanden werden von einem buch, sondern schroffer, überheblich, ein wenig jedenfalls, handke legte sofort eine distanz, und wenn man ihn las, ging man auch in diese distanz, komisch, dass popliteratur heute schulterklopfliteratur geworden ist, wir sind genauso armselig wie du, sagen diese bücher alle, die als pop gelten, nur liebeskummer und klamotten im kopf, und hey, du bist supi, du verachtest auch dieselben platten wie ich, wolle petry zum beispiel (stuckrad-barre), und ich komm auch nicht klar mit den mädchen (benny lebert). das ist, finde ich, ein armseliges konzept, so ganz kümmerlich, man hat immer gleich mitleid. na ja. ging mir eben durch den kopf. übrigens ist der beste handke-text (und ich würde mal behaupten: nicht nur für mich, sondern eben "der beste") dieses kleine, bloß eineinhalb seiten lange stück "die laternen auf der place vendòme" in "das ende des flanierens", ich habe es sicher hundertmal gelesen und finde es noch immer, ach was soll das,finden, so ein scheiß, es geht hier doch nicht darum, wie ich es finde, es ist so vollkommen, man fasst es gar nicht, und wenn ich solche eineinhalb seiten zustande brächte, würde ich gerne zehn jahre meines lebens hergeben dafür.

# posted by praschl : 22.4.01

        

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