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jurij m. lotman (R.I.P.)
die grenzen des textes sind die grenzen der welt

 


nachtrag: da war er 3 - 5 jahre jünger als ich jetzt. ich weiß nicht, wie ich das finden soll: beruhigend? beunruhigend? die aufgeschwemmte phase, nach den medikamenten und der wirrnis. dann noch einmal eine klassische phase des künstlers, hager und geschmackvoll. etwas unoriginell vielleicht, aber gut gemacht.

1994 live video: http://www.fabchannel.com/john_cale_concert

gerade gefunden das neue projekt vom mediumflow: reihe Sound Studies (mit DD im beirat). und merke gerade erst, dass hier eine direkte linie zum von mir schlampig und allzu after-teenagerhaft dahingeschwätzten "redestrom-pop"-thema besteht. voices & sounds: eine beschreibungssprache finden. bis jetzt am ehesten bei Greil Marcus.

"Als Eva-Maria Dengg von der Abschlussstation bei Vogelmanns nach Hause möchte, wird sie kurzerhand in den Swimmingpool von Karin Heidegger geworfen." Aus der auch sonst empfehlenswerten Jahreschronik 2005 des Musikvereins von Lustenau. Kontext war hier.

... muss ich doch noch mal genau definieren. mir schien das immer selbsterklärend. lifestream-heimholung: "ganz ernsthafte nachfragen, die ich mir immer selber gestellt hatte: inwiefern ist tocotronic erfinder des deutschen studentischen-redestrom-pseudopop? inwiefern sind sie besser als die normalvertreter desselben, der mir regelmäßig auf eine unoffensive weise auf die nerven geht? ... interessante frage, was den ursprung des redestrom-pop angeht. ... vielleicht der spätere solo-begemann. und dann wohl blumfeld. ich selbst wäre ja auch ein kandidat für so etwas gewesen, aber wir hatten eher die idee, pop-schablonen zu benutzen, vielleicht ein bisschen wie Family 5. da habe ich fast alles, weil ich das konzept richtig und viele texte gut fand, obwohl sie musikalisch nie richtig funktioniert haben. immer irgendwie zu flach und zu schnell. in der theorie gut, in der praxis nicht so. für mich klingt der sound des hamburger redestrom-pop immer irgendwie wie der sehr sympathische Postcard-Pop (Orange Juice, Josef K., Jazzateers, weniger Aztec Camera in dem punkt), aber da war das ästhetische konzept doch irgendwie reizvoller. vor allem eigentlich, wenn ich mirs überlege, der charakter der stimmen: die hatten alle britische pop-stimmen, irgendwie exaltiert, nicht-natürlich. ... ja, fehlfarben waren wohl die ersten und beinah einzigen vertreter des sinnvollen deutschen spracheinsatzes. aber nie redestrom. die brillante hein-phase zu unterscheiden von der auch nicht schlechten schwebel-pop-phase ("glut & asche"). sonst ... "geisterfahrer" ("himmel auf erden") mochte ich, da habe ich platten. mit "abwärts" konnte ich nichts mit anfangen. DAF waren außer konkurrenz. es gab fast nichts deutsches, das ich irgendwie diskutabel fand, das weiß ich noch. damals habe ich mir auch die erste toten hosen-platte gekauft, weil sie deutsch war _und_ irgendwie funktionierte ... popschablonen: relativ kurze zeilen, eher schlagzeilenartig, die sich reimen. typisches schema a/b/a/b/bridge/a/b/b/. theatralisch, ohne das durchaus nicht unsympathische understatement des nebenher hingesprochenen&gesungenen." pop wird ja erst groß, wenn er peinlich wird, und dann eben das peinliche transzendiert.



"Eigentlich ein Zeichen des Alterns, wenn man sagt: Das waren unsere Platten, lieber Leser, liebe Leserin, erinnerst du dich an "ABC" 1982? Das tun ganz viele Texte, die sich als Pop-Literatur verstehen, Leute über Dreißig verständigen sich ... anhand von Bandnamen."

dessen rückkehr auch hier gepriesen sei.

        

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