Hans Dichand blogt. cool, irgendwie.
jurijmlotman - am Montag, 26. November 2007, 22:08 - Rubrik: emerging democracy
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RSS-metablog von 17 litblog-schreibern, von denen ich nur Herbst kenne. was dann z.B. 15 einträge pro tag ergibt, jeweils als 1 zeile mit link wiedergegeben.
und da erscheint anfang 2008 ein literaturzeitschrifts-heft ("Spatien") zu "literarische weblogs", wieder mit Herbst.
insgesamt immer wieder erstaunlich, wie rührend und zugleich völlig vorbei die "literaten" auch und gerade im Web wirken. ich mag ja ihren enthusiasmus, und keineswegs sind alle dumm, aber sie sind doch sehr fremd. und eigentlich nie das gefühl, dass hier etwas dringliches zur sprache kommt. Herbsts maßlosen selbstversuch hier natürlich ausgenommen.
und da erscheint anfang 2008 ein literaturzeitschrifts-heft ("Spatien") zu "literarische weblogs", wieder mit Herbst.
insgesamt immer wieder erstaunlich, wie rührend und zugleich völlig vorbei die "literaten" auch und gerade im Web wirken. ich mag ja ihren enthusiasmus, und keineswegs sind alle dumm, aber sie sind doch sehr fremd. und eigentlich nie das gefühl, dass hier etwas dringliches zur sprache kommt. Herbsts maßlosen selbstversuch hier natürlich ausgenommen.
jurijmlotman - am Montag, 26. November 2007, 21:57 - Rubrik: neue deutsche literatur
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(#) gedanklich eher uninteressanter aber immerhin vorhandener aufsatz über "die Inszenierung literarischer Modernität im Internet" (goetz, pool, null, herbst, "popliteratur".), erschienen im buch von künzel/schöner über "autorinszenierungen. autorschaft und literarisches werk im kontext der medien".
aber für den forscher zur diaristischen literatur ist diese betriebs-anekdote festhaltenswert:
"Im Juli 2005 hat sich A.N. Herbst bei der Deutschen Bücherei Leipzig um Aufnahme seines Weblogs in die Liste für deren Digitalisierungsvorhaben beworben. Kurz vorher war die Neufassung des Gesetzes über die Deutsche Bibliothek vermeldet worden, die zum Ziel hat, »den Sammelauftrag der Bibliothek auf die als Netzpublikationen veröffentlichten Medienwerke zu erweitern«. ... Antwortmail der Deutschen Bücherei:
»Nach den Informationen in Ihrer Mail beabsichtigen Sie, Ihre Website als Gesamtpublikation und das von Ihnen veröffentlichte Weblog Die Dschungel. Anderswelt anzumelden und zu übermitteln. Die auf Ihrer Website vorgehaltenen Daten geben vor allem Auskunft über Ihre Person und Ihre Aktivitäten. Das Weblog ist eine tagebuchartige Sammlung von persönlichen Notizen, Gedanken und Kommentaren. Bitte haben Sie Verständnis, daß wir unseren Sammelrichtlinien entsprechend diese Website und das Weblog nicht archivieren können.« (Anm.)
Anm.: Die Antwortmail ist gezeichnet mit »i. A. Petra Fischer«. http://albannikolaiherbst.twoday.net/20050729/ (1.10.2005).
aber für den forscher zur diaristischen literatur ist diese betriebs-anekdote festhaltenswert:
"Im Juli 2005 hat sich A.N. Herbst bei der Deutschen Bücherei Leipzig um Aufnahme seines Weblogs in die Liste für deren Digitalisierungsvorhaben beworben. Kurz vorher war die Neufassung des Gesetzes über die Deutsche Bibliothek vermeldet worden, die zum Ziel hat, »den Sammelauftrag der Bibliothek auf die als Netzpublikationen veröffentlichten Medienwerke zu erweitern«. ... Antwortmail der Deutschen Bücherei:
»Nach den Informationen in Ihrer Mail beabsichtigen Sie, Ihre Website als Gesamtpublikation und das von Ihnen veröffentlichte Weblog Die Dschungel. Anderswelt anzumelden und zu übermitteln. Die auf Ihrer Website vorgehaltenen Daten geben vor allem Auskunft über Ihre Person und Ihre Aktivitäten. Das Weblog ist eine tagebuchartige Sammlung von persönlichen Notizen, Gedanken und Kommentaren. Bitte haben Sie Verständnis, daß wir unseren Sammelrichtlinien entsprechend diese Website und das Weblog nicht archivieren können.« (Anm.)
Anm.: Die Antwortmail ist gezeichnet mit »i. A. Petra Fischer«. http://albannikolaiherbst.twoday.net/20050729/ (1.10.2005).
jurijmlotman - am Montag, 26. November 2007, 21:32 - Rubrik: neue deutsche literatur
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http://www.serner.de/blogs/ri/
das ist sylvia egger (köln).
sehr schön: die literaturwissenschaftlichen 2.0 projekte mit delicious und LibraryThing. so etwas sollte ich für mich auch machen.
das ist sylvia egger (köln).
sehr schön: die literaturwissenschaftlichen 2.0 projekte mit delicious und LibraryThing. so etwas sollte ich für mich auch machen.
jurijmlotman - am Montag, 26. November 2007, 16:36 - Rubrik: neue deutsche literatur
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... der seinerseits zitiert: "Wenn man erzählt, erzählt man nicht von den Dingen und Perioden, in denen alles stillstand, wo alles Stagnation war, Lähmung, Apathie, in der ich mir Aktivität nicht mal vorstellen konnte. Die Erzählung kriegt, fälschlicherweise, auch noch da den Charakter von Aktivität, wo Apathie, Verzweiflung, Lähmung, Angst herrschten. [...] Und nur aktiv kannst du von Apathie überhaupt erzählen, denn als Apathischer kannst du nicht von Apathie erzählen, als Apathischer bist du nur apathisch." (Jörg SCHRÖDER, Siegfried)
dazu notiere ich für mich selbst, dass neuerdings Goetz Herbst liest. interessant in anbetracht der alten herbst/goetz-diskussion, die ich mal hier geführt hatte. und Herbst schreibt, dass ein Innsbrucker uni-projekt seine Dschungel erforscht. wieseo weiß ich da jetzt nichts davon? und kann man das ernstnehmen?
dazu notiere ich für mich selbst, dass neuerdings Goetz Herbst liest. interessant in anbetracht der alten herbst/goetz-diskussion, die ich mal hier geführt hatte. und Herbst schreibt, dass ein Innsbrucker uni-projekt seine Dschungel erforscht. wieseo weiß ich da jetzt nichts davon? und kann man das ernstnehmen?
jurijmlotman - am Montag, 26. November 2007, 12:59 - Rubrik: neue deutsche literatur
dieses blog könnte ja auch ein container sein für anderswo gemachte anmerkungen, die nur als "kommentar" entstehen können, aber eigentlich wichtiger als die haupteinträge sind. ich habe sonst eigentlich oft das gefühl, völlig leer zu sein und nichts zu wissen bzw. immer das selbe alte zeug umzuwälzen. es braucht conversation, call and response.
ich rette das also mal in meinen deutschsprachigen lifestream, so weit er um literatur /aging of pop / zeitgeistgeschichte kreist:
(#) "abschreiben ist gut, weil ... weil ich sehr viel abgeschrieben, d.h. exzerpiert habe, und weil das künstlich verlangsamt, was gut ist, und erlaubt dass man im rhythmus der abschrift mit- und weiterdenkt, was besser ist als zu denken ohne den zwang der abschrift. weil ich beim drüberlesen immer schon denke, ist eh nicht so wichtig. weil man, besser gesagt ich, auch erst durch abschreiben von schlüsselstellen ein wirklich intensives verhältnis zum abgeschriebenen bekommt, auch und gerade dann, wenn es auf den ersten blick nur gerade eben 'irgendwie signifikant' erschienen ist. hat etwas mittelaltermäßiges, diese übung. dass das wohl ausstirbt, bedauere ich eigentlich. obwohl, vielleicht machen es die leute künftig ja gerade drum.
...
zerfranst und schlampig bin ich selber. aber gerade da -- jedenfalls ich kann ja eigentlich nur dann denken, wenn ich andere bausteine prüfe, verändere, neu zusammensetze. und so eben auch literaturwissenschaft. auch ein grund, warum mein bloggen (und die blogosphäre selbst) immer am besten als meta-maschine funktioniert, mit dem bereits woanders von dir erwähnten spielgeld, was eben menschen (und deren positionen) sein können, wie "blumenau", "foucault" und so, aber auch metaphern, buzzwords, micro-stories, theorie-headlines, seltsame sich fsthakende zusammenstellungen von inkommensurablem, usw."
...
ich rette das also mal in meinen deutschsprachigen lifestream, so weit er um literatur /aging of pop / zeitgeistgeschichte kreist:
(#) "abschreiben ist gut, weil ... weil ich sehr viel abgeschrieben, d.h. exzerpiert habe, und weil das künstlich verlangsamt, was gut ist, und erlaubt dass man im rhythmus der abschrift mit- und weiterdenkt, was besser ist als zu denken ohne den zwang der abschrift. weil ich beim drüberlesen immer schon denke, ist eh nicht so wichtig. weil man, besser gesagt ich, auch erst durch abschreiben von schlüsselstellen ein wirklich intensives verhältnis zum abgeschriebenen bekommt, auch und gerade dann, wenn es auf den ersten blick nur gerade eben 'irgendwie signifikant' erschienen ist. hat etwas mittelaltermäßiges, diese übung. dass das wohl ausstirbt, bedauere ich eigentlich. obwohl, vielleicht machen es die leute künftig ja gerade drum.
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zerfranst und schlampig bin ich selber. aber gerade da -- jedenfalls ich kann ja eigentlich nur dann denken, wenn ich andere bausteine prüfe, verändere, neu zusammensetze. und so eben auch literaturwissenschaft. auch ein grund, warum mein bloggen (und die blogosphäre selbst) immer am besten als meta-maschine funktioniert, mit dem bereits woanders von dir erwähnten spielgeld, was eben menschen (und deren positionen) sein können, wie "blumenau", "foucault" und so, aber auch metaphern, buzzwords, micro-stories, theorie-headlines, seltsame sich fsthakende zusammenstellungen von inkommensurablem, usw."
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jurijmlotman - am Dienstag, 13. November 2007, 17:42 - Rubrik: meta-blogging
jurijmlotman - am Montag, 12. November 2007, 23:00 - Rubrik: aging of pop
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jurijmlotman - am Montag, 12. November 2007, 22:29 - Rubrik: aging of pop
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höre das John Foxx-video bei YouTube, das man leider nicht hier embedden darf. hier verlinkt wg. dem damals sekundenschnell improvisierten scribbleblog-banner.
jurijmlotman - am Montag, 12. November 2007, 22:24 - Rubrik: aging of pop
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gut, das ist ja eigentlich ein beitrag, den ich hier verlinken soll:
der audiovisuell getextete rechenschaftsbericht zu meiner abwesenheit von der blogospäre hier, weil ich ja in twitterhausen lebe seit ein paar monaten. "twitter machine" als wmv-video, 6:30 min und 15 oder so MB. (sorry.)
zugleich mein beitrag zur bloglesung mit Fm4-Blumenau in Hall in Tirol.
einerseits ist die form eigentlich viel besser als vorzulesen, anderererseits natürlich schade, dass ich nicht über Woody Guthrie, die Anthology of American Folkmusic und die Blogosphäre/Semiosphäre reden konnte.
der audiovisuell getextete rechenschaftsbericht zu meiner abwesenheit von der blogospäre hier, weil ich ja in twitterhausen lebe seit ein paar monaten. "twitter machine" als wmv-video, 6:30 min und 15 oder so MB. (sorry.)
zugleich mein beitrag zur bloglesung mit Fm4-Blumenau in Hall in Tirol.
einerseits ist die form eigentlich viel besser als vorzulesen, anderererseits natürlich schade, dass ich nicht über Woody Guthrie, die Anthology of American Folkmusic und die Blogosphäre/Semiosphäre reden konnte.
jurijmlotman - am Montag, 12. November 2007, 22:01 - Rubrik: neue deutsche literatur
sehr schöner mini-essay. ausgehend von billers ESRA, endet mit der preisung der juristischen sprache als epische bewältigung wirrer wirklichkeit.
"Ich war in diesen Jahren nach 2001 durch Probleme meines eigenen Schreibens in ein größeres REALITÄTS-CHECK-Projekt geraten und hatte zunächst mit Politik und Geschichte angefangen. Geschichte wurde an der Universität gelehrt, frühe Neuzeit von Heinz Schilling. Und die Politik wurde damals von Gerhard Schröder vorgeführt, die Macht des Körpers und seiner Sprache im Raum.
So ging ich in den Bundestag zu den Debatten, ins Kanzleramt zu den Pressekonferenzen, und schaute mir die reale Wirklichkeit des politischen Betriebs und der Berichterstattung darüber an, das Ganze also des politisch-journalistischen Komplexes.
Ergebnis: in echt ist alles etwa tausend mal interessanter und komplizierter, als in der medial vermittelten Darstellung davon erkennbar wird. Was folgt daraus? Eigentlich nichts, objektiv gesehen. Für mich aber: weitermachen mit der Wirklichkeit, auch wenn vorerst kein direkt brauchbarer Text dabei entsteht." ...
"Von der LEKTÜRE von Esra war ich gleich ganz begeistert. Das ist genau so einfach und klar dahererzählt, wie jeder bisschen kompliziertere Mensch gerne schreiben würde. Die Sprache, die Szenen, die Bilder, man folgt und liest, lebt mit und denkt nach, und die Nichtbanalität wäre in die Stimmungen ausgelagert, in Brüche, in Untertöne von Melancholie, auch Irrsinn des Geschehens, und das Bild des Ganzen würde so verworren gleichzeitig und einleuchtend erscheinen, wie man es aus der wirklichen Realität des eigenen Lebens nur zu gut kennt. Und Bücher sind sehr selten so. Esra aber war so.
Obwohl ich das Buch so toll fand, war ich der Meinung, dass Maxim Biller damit IRRT. Sein Weltbild ist falsch. Seine Sicht auf das Leben ist fundamentalistischer, essenzialistischer Unsinn, sein Blick auf die anderen Menschen grotesk egoman, und seine Vorstellungen von Liebe und zuletzt auch von der Kunst sind für mich forciert banaler Kitsch.
Aber, bitte: wenn man auf der Basis von so vielen falschen Ideen so gute Bücher wie Esra schreiben kann, was sollte da noch falsch an falschen Ideen sein? Vielleicht ja doch nur ihre Kritik, hier also ich."
"Ich war in diesen Jahren nach 2001 durch Probleme meines eigenen Schreibens in ein größeres REALITÄTS-CHECK-Projekt geraten und hatte zunächst mit Politik und Geschichte angefangen. Geschichte wurde an der Universität gelehrt, frühe Neuzeit von Heinz Schilling. Und die Politik wurde damals von Gerhard Schröder vorgeführt, die Macht des Körpers und seiner Sprache im Raum.
So ging ich in den Bundestag zu den Debatten, ins Kanzleramt zu den Pressekonferenzen, und schaute mir die reale Wirklichkeit des politischen Betriebs und der Berichterstattung darüber an, das Ganze also des politisch-journalistischen Komplexes.
Ergebnis: in echt ist alles etwa tausend mal interessanter und komplizierter, als in der medial vermittelten Darstellung davon erkennbar wird. Was folgt daraus? Eigentlich nichts, objektiv gesehen. Für mich aber: weitermachen mit der Wirklichkeit, auch wenn vorerst kein direkt brauchbarer Text dabei entsteht." ...
"Von der LEKTÜRE von Esra war ich gleich ganz begeistert. Das ist genau so einfach und klar dahererzählt, wie jeder bisschen kompliziertere Mensch gerne schreiben würde. Die Sprache, die Szenen, die Bilder, man folgt und liest, lebt mit und denkt nach, und die Nichtbanalität wäre in die Stimmungen ausgelagert, in Brüche, in Untertöne von Melancholie, auch Irrsinn des Geschehens, und das Bild des Ganzen würde so verworren gleichzeitig und einleuchtend erscheinen, wie man es aus der wirklichen Realität des eigenen Lebens nur zu gut kennt. Und Bücher sind sehr selten so. Esra aber war so.
Obwohl ich das Buch so toll fand, war ich der Meinung, dass Maxim Biller damit IRRT. Sein Weltbild ist falsch. Seine Sicht auf das Leben ist fundamentalistischer, essenzialistischer Unsinn, sein Blick auf die anderen Menschen grotesk egoman, und seine Vorstellungen von Liebe und zuletzt auch von der Kunst sind für mich forciert banaler Kitsch.
Aber, bitte: wenn man auf der Basis von so vielen falschen Ideen so gute Bücher wie Esra schreiben kann, was sollte da noch falsch an falschen Ideen sein? Vielleicht ja doch nur ihre Kritik, hier also ich."
jurijmlotman - am Donnerstag, 1. November 2007, 09:07 - Rubrik: goetzblog
nach urlaub goetzblog rückwärts lesend. freut mich.
"Plötzlich glauben die Leute der Literatur wirklich daran, man könnte einfach nocheinmal wie damals die Geschichten von vorne nach hinten, eines nach den anderen so durch- und vorerzählen. Aber die Sprache hat in den vergangenen hundertfünfzig Jahren andere Nervositäten aufgebaut, andere Spezialismen entwickelt und einstmals selbstverständlich Gewusstes wirklich VERGESSEN, es ist verschwunden wie in der Malerei das Können, realistisch gegenständlich abbildenden Malens. So hat der Autor, der sich um das traditionelle Erzählen bemüht, gar keine lebendige eigene Sprache zur Verfügung. Nicht weil er sie selber nicht hat, sondern weil es sie wirklich gar nicht gibt."
ja. (aber delillo, manchmal. ok, der ist auch schon über 70.)
"Plötzlich glauben die Leute der Literatur wirklich daran, man könnte einfach nocheinmal wie damals die Geschichten von vorne nach hinten, eines nach den anderen so durch- und vorerzählen. Aber die Sprache hat in den vergangenen hundertfünfzig Jahren andere Nervositäten aufgebaut, andere Spezialismen entwickelt und einstmals selbstverständlich Gewusstes wirklich VERGESSEN, es ist verschwunden wie in der Malerei das Können, realistisch gegenständlich abbildenden Malens. So hat der Autor, der sich um das traditionelle Erzählen bemüht, gar keine lebendige eigene Sprache zur Verfügung. Nicht weil er sie selber nicht hat, sondern weil es sie wirklich gar nicht gibt."
ja. (aber delillo, manchmal. ok, der ist auch schon über 70.)
jurijmlotman - am Mittwoch, 12. September 2007, 20:06 - Rubrik: goetzblog
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