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jurij m. lotman (R.I.P.)
die grenzen des textes sind die grenzen der welt

 
weil mediatope down ist, hier ein geistiger knoten, damit ich darauf zurückkomme: nathan rein über social software relations, twitter etc.

hier (note to self)

... nebenbei gerade geschriebenen satz über Web experience und "persona" getwittert, antwort bekommen, selbst gegoogelt und mit zwei interessanten und schweren post-strukturalen deutschen akademischen schriften aus Berlin davon gekommen:

Klemens Hippel, Pragmatische Fernsehtheorie (Diss.)
Holger Schulze (mediumflow), Intimität und Medialität (Habil. Preprint)

gespenster der vergangenheit. hineinlesend wieder der merkwürdige eindruck des akademischen diskurses, wo er auf hohem niveau probleme verhandelt, die mich nun wirklich sehr unmittelbar interessieren. ich kann mir nicht helfen: das ist tot. nicht die denkweise, nicht die gedanken selbst, aber die form des diskurses. es ist großartig, wenn das in spezialzirkeln funken springen lässt und dynamik in gang setzt, aber das ist immer noch zu wenig. die institution dahinter, die das früher im günstigsten fall vital und relevant sein ließ, ist verschwunden. gegenmodell: das Web als erbe der universität.

... meine eigene mediendefinition von 2003 aus der Rohrpost geborgen und hier als downloadbare Datei hochgeladen. der mediatope-eintrag mit links dazu, u.a. zu Hartmut Winklers definition, ist hier.

"“Mittel werden unter der Voraussetzung zu Medien, wenn sie nicht bloß der Vorbereitung oder als etwas Vorläufiges dienen. ... Ein Plattenspieler ist ein Vehikel, dessen Zweck sich in einer bloßen Wirkung erschöpft. Die Musik, die ihm entspringt, ist ihrerseits ein Vehikel, aber gleichzeitig ist sie doch mehr: sie ist nämlich ein Vehikel, welches mit dem, was es überträgt, eins wird.”
(Dewey, John (1980): Kunst als Erfahrung. Frankfurt/M. 229.) zitiert bei U. Ramming, Medien im Wittgenstein-Wiki 2007.

"Anyone looking for more complete accounts of hypertext/cybertext history should consult George Landow's Hypertext 2.0 (Johns Hopkins, 1997), Espen Aarseth's Cybertext (Johns Hopkins, 1997), Silvio Gaggi's From Text to Hypertext (U. Penn. Press, 1997), J. Yellowlees Douglas's The End of Books -- Or Books Without End? U. Michigan Press (2000), Noah Wardrip-Fruin and Nick Montfort's New Media Reader (MIT, 2002), or Montfort's forthcoming Twisty Little Passages (MIT), which concentrates on the much-neglected tradition of Interactive Fiction. Speaking of broader contexts, Lev Manovich's Language of New Media (MIT, 2001) provides an excellent counterweight to the text-obsessive view."

+ Ted Nelson, Docuverse
+ Bolter, Writing Space
>> jml's LibraryThing

... "Elektronisches Papier" von 1991 (dort auch weiter Galser-texte über computer und internet):

über den veränderten aggregatzustand von geschriebenem text. die neue dialektik von Reinschrift und Flüchtigkeit/Vorläufigkeit. das ausschalten der handschriftlichen arbeitsphasen, von analoge spuren, gekrakel, ins papier gegraben.

der neue text ist immer schon reinschrift und zugleich physisch gewichtlos. dazu kommt die zerstreute aufmerksamkeit, dadurch, dass der PC-Screen eine Über-Seite ist, die alles gleichzeitig sein kann -- mehrere fenster parallel, alles sofort aufrufbar wie gerade gedacht.

die interessante erfahrung, wenn man mit DarkRoom und zugeschaltetem Typo-sound das schrieben wieder künstlich dramatisiert, dem text "fokus" und "gewicht" verleiht.

vgl Stevan Harnad's Skywriting aus dem selben Jahr, das sich damals auf mail-basierte Newsgroups von wissenschaftlern bezog, wie die Rohrpost oder Luhmann.

... allererste prägende songs des planet pop, prägend damals, 1972/73:

Von allerersten eigenen LPs: Bob Dylan, Don't Think Twice + Highway 61 revisited; Johnny Cash, I Walk the Line; Bo Diddley, Mona; Chuck Berry, Roll Over Beethoven + Memphis; Dale Hawkins, Suzie Q.; Howlin Wolf, Killing Floor + Spoonful; Jerry Lee Lewis, Jenny Jenny; Golden Gate Quartet, diverses.

Mein Vater hatte nur New Orleans Jazz (George Lewis & the Ragtime Band), von dem die blues-prägung stammen dürfte. keinen Rock'n'Roll, außer einer einzigen verlorenen Beatles-Single (Ob-la-di, ob-la-da).

"Greatest Hits" dylan muss ich mir zum geburtstag gewünscht haben, weil ich Blowing In The Wind an irgendeinem lagerfeuer gehört habe. tatsächlich. ich weiß noch, wie verblüfft ich über die elektrischen sachen waren. prägend fürs leben.

die r'n'b songs sind alle von einer großartigen compilation, die ich bloß deshalb kaufte, weil da 3 chuck berry songs drauf waren, und den wiederum muss ich auf dem faschingsball meiner eltern im reihenhauskeller erstmals gehört haben. (Johnny Cash kam wohl auch von diesen parties.)die compilation enthält die originale von später berühmten covers (stones, beatles, ccr usw.) die ich alle damals alle nicht kannte. das war wohl prägend: mona und killing floor habe ich sofort mit der band gecovered, als ich erstmals bestimmen durfte, was gespielt wird.

Radio- und Fernseh-Charts-Musik war völlig getrennt, weil ich mir nie platten davon kaufte. es gab nur eine erste charts-kassette, mit außenmikro vom transistorradio aufgenommen, die ich immer noch im ohr habe. FrühePrägungen: Slade, Cum on feel the Noize + Gudbuy to Jane (am ehesten war ich Slade-fan); Dr. John, Iko Iko (der war tatsächlich damals in der Hitparade, ich habe mir nur den song gemerkt); T.Rex, Children of the Revolution (war einfach auf der ersten Charts-Kassette, mochte ich irgendwie, aber eher distanziert); Alice Cooper, Elected (auf derselben kassette, dito); Status Quo (schon auch irgendwie). an Neil Diamond erinnere ich mich noch positiv. ansonsten hörte ich sehr aufmerksam alles, was in den Großen 10 von Ö3 war, aber hatte eigentlich nur flüchtige vorlieben.

        

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