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jurij m. lotman (R.I.P.)
die grenzen des textes sind die grenzen der welt

 
Du bist nicht berechtigt diesen Beitrag zu lesen.
"Die Klugheit des Handelns wird nämlich durch innenlebenfreie Existenzweise erst ermöglicht."

Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome sind während der letzten sechs Monate in einem mit dem Entwicklungsstand nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmaß vorhanden gewesen:

1. beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten, bei der Arbeit oder bei anderen Tätigkeiten
2. hat oft Schwierigkeiten, längere Zeit die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielen aufrechtzuerhalten
3. scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere ihn/sie ansprechen
4. führt häufig Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht zu Ende bringen (nicht aufgrund oppositionellen Verhaltens oder Verständigungsschwierigkeiten)
5. hat häufig Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren
6. vermeidet häufig oder hat eine Abneigung gegen oder beschäftigt sich häufig nur widerwillig mit Aufgaben, die länger dauernde geistige Anstrengungen erfordern (wie Mitarbeit im Unterricht oder Hausaufgaben)
7. verliert häufig Gegenstände, die für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt werden (z. B. Spielsachen, Hausaufgabenhefte, Stifte, Bücher oder Werkzeug)
8. lässt sich oft durch äußere Reize leicht ablenken
9. ist bei Alltagstätigkeiten häufig vergesslich

Neunmal ja. Wenn man die Reize auf "schriftliche Information" einengt, und in Punkt 6. stark selektiv. "Vermeidet häufig oder hat eine Abneigung gegen oder beschäftigt sich häufig nur widerwillig mit Aufgaben, die länger dauernde geistige Anstrengungen erfordern und von anderen vorgeschrieben werden".

"... dann geht es eben gar nicht um "zuviel information" -- die welt ist eh immer zuviel information, mitmenschen sind eh immer stress, nachdenken ist eh immer mühsam, schreiben noch viel mehr, und jedes informations- und kommunikations-ereignis wird dann noch stressiger, wenn permanenter vibirierender selbst/weltzweifel untergründig wirkt."

... "methodisches realdenken" vs. "artistische energie des tendenziösen stimmungsdenkens".

gesprochen fast in meinem geburtsjahr. gibts eigentlich so etwas wie eine astrologie der radiowellen? die konjunktion aus dem, was sich gerade im äther überschneidet? (man muss dazu die original-stimme hören.)

schicht 1: inneneinrichtungen

* seltsam, dass ein milieu (brit. arbeitersiedlung, 70er jahre) so bekannt erscheinen kann, als wäre ich selbst da aufgewachsen. was ich nicht bin, aber ich weiß wie es war. keine ahnung warum.

* das ist großartig re-konstruiert im film. wie es wirklich war: keine ahnung. mit sicherheit trotzdem irgendwie anders. wie genau, weiß keiner mehr.

schicht 2: teenager-popkultur

* die schmerzhaft wahrhaftige herbei-beschwörung der richtungslosen, gänzlich unbeneidenswerten teenagerzeit.

* dabei die seltsame geschmackssicherheit inmitten der wüste: völlig klar, dass bowie, reed, pop bruchlos zu punk überleiten. was ich natürlich damals nicht mitbekommen habe: da galt ja jethro tull, led zeppelin, lynyrd skynyrd. (eher noch das hit-radio: slade, t.rex, sweet.)

* teenager-genialität: woher die kommt. wie da solche kunst entstehen kann, und joy division ist ja zweifellos große kunst. (ich habe es gleich nachgeprüft.) dass diese art teen-kunst mich immer noch viel mehr erschüttert als die andere, erwachsene.

schicht 3: live

* dass auch die nachspielende film-band genau diese amateurhafte live-garagen-qualität herstellen konnte. wie aus nichts auf einmal etwas großes, energie-geladenes entsteht, ohne den ganzen rock-sound-perfektionismus.

tbc



nachtrag: da war er 3 - 5 jahre jünger als ich jetzt. ich weiß nicht, wie ich das finden soll: beruhigend? beunruhigend? die aufgeschwemmte phase, nach den medikamenten und der wirrnis. dann noch einmal eine klassische phase des künstlers, hager und geschmackvoll. etwas unoriginell vielleicht, aber gut gemacht.

1994 live video: http://www.fabchannel.com/john_cale_concert

gerade gefunden das neue projekt vom mediumflow: reihe Sound Studies (mit DD im beirat). und merke gerade erst, dass hier eine direkte linie zum von mir schlampig und allzu after-teenagerhaft dahingeschwätzten "redestrom-pop"-thema besteht. voices & sounds: eine beschreibungssprache finden. bis jetzt am ehesten bei Greil Marcus.

        

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